Mai

Spannende Begegnungen
Herbert Fuchs ist Ur-Oldenburger, seit nunmehr fast 80 Jahren. Aber auch, wenn sich sein Lebens­mittelpunkt nie wirklich verändert hat, er zeigt großes Interesse an allem, was in der Welt passiert. Er unterhält sich gern mit Menschen, die er noch nicht kennt und die ihm Neues erzählen können.
2014 war er als Besucher bei der ersten Lebendigen Bibliothek in Oldenburg. Damals bedauerte er, wenig Zeit zu haben, aber die knappe Zeit, die er hatte, nutzte er für Gespräche mit einer konvertierten Muslima, einem Geflüchteten aus Afrika und einer lesbischen Frau.

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In der Lebendigen Bibliothek können Menschen für 20-minütige Gespräche „ausgeliehen“ werden. Es handelt sich um „lebendige Bücher“, wobei jedes Buch – jeder Mensch – für eine Gruppe von Menschen steht, die Diskriminierungen und Stereotypen ausgesetzt sind. Die individuellen Begegnungen zwischen Büchern und Leser*innen bestimmen das Geschehen. Die lebendige Bibliothek ist hinsichtlich der Prävention von menschenverachtenden Denk- und Handlungsweisen von gleicher Bedeutung wie beispielsweise Städtepartnerschaften und Schüler*innen-Austausche.
Die Rückmeldungen von allen Beteiligten sind in jeder Lebendigen Bibliothek herausragend positiv. Die persönlichen Begegnungen in nahezu privater Atmosphäre empfinden die Besucher*innen als bereichernd und hilfreich, um sich ein wahrhaftigeres Bild machen zu können. Die „Bücher“ staunen häufig über das ihnen entgegengebrachte Interesse und schätzen die Möglichkeit, Vorurteile ausräumen zu können.

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