Lesungen Zivilcourage

Seit 2015 setzt der Arbeitskreis Lesungen mit anschließendem Austausch zum Schwerpunkt Zivilcourage um.


"Wut ist ein Geschenk" von Arun Gandhi (2018)

Wut ist ein Geschenk – wenn es uns gelingt, sie zu beherrschen. Sie zwingt uns zu definieren, was gerecht und was ungerecht ist. Ohne sie hätten wir keine Motivation, uns einem Problem zu stellen.

Arun Gandhi ist zwölf Jahre alt, als er zu seinem berühmten Großvater Mahatma Gandhi zieht, um für zwei Jahre bei ihm zu leben. Seine Wut zu kontrollieren ist eine der Lektionen, die er in dieser Zeit lernt. Elf Lektionen hat er in seinem Buch beschrieben. 

Aus der Sicht der Zivilcourage ist die Wertschätzung aller Menschen unabhängig von Herkunft, Rang, Religion etc. von großer Bedeutung. Dank der Wertschätzung können wir uns für die Grundrechte einsetzen und gegen Unrecht protestieren. 


"Gegen den Hass" von Carolin Emcke (2017)

Hass kann man nicht mit Hass beseitigen, sondern nur mit offener Gegenrede und Argumenten.
Jeder Mensch ist anders, aber alle Menschen sind gleichwertig.
Eine vielfältige Gesellschaft ist der beste Schutz für jeden Menschen, weil sie jedem erlaubt, Eigenheiten und Abweichungen von der Norm auszuleben.

Das sind die wichtigsten Thesen der Textauswahl, die Franziska Werner bei der Lesung aus dem Buch »Gegen den Hass« von Carolin Emcke im Elisabeth-Anna-Palais vortrug.

In der anschließenden Diskussion ging es um Möglichkeiten, die es in unserer Gesellschaft gibt, um dem Hass zu begegnen. 

Bei der Polizei und in der Rechtsprechung gibt es inzwischen viele Mitarbeiter_innen, deren Wurzeln in anderen Kulturen liegen. »Das ermöglicht uns neue Einblicke und entsprechendes Einordnen kultureller und religiöser Unterschiede«, sagte Wulf Sonnemann. Eckhard Wache erläuterte die Diskussion um das Thema »Hasskriminalität«, wobei er sich skeptisch zeigte, was die Einführung eines neuen Straftatbestandes betrifft.

Die Kunst im Allgemeinen und das Theater im Besonderen müsse immer wieder auch kritisch auf aktuelle Vorgänge reagieren, findet Franziska Werner. »Wir müssen die Geschichten derer sichtbar machen, die sonst nicht zu sehen sind, damit das Publikum seine Vorurteile hinterfragt. Kultur muss sich immer auch politisch engagieren«, so Franziska Werner.



"Glückskind" von Steven Uhly (2015)

Der Präventionsrat bot zum ersten Mal und anlässlich seines 15jährigen Bestehens eine Lesung an.

Aus dem Roman „Glückskind“ lesen die Kammerschauspielerin Elfi Hoppe und der Vorsitzende des Präventionsrates Eckhard Wache. Der Roman von Steven Uhly bietet überraschende Aspekte von Zivilcourage. Es geht um einen verwahrlosten Mann, der ein ausgesetztes Baby in einer Mülltonne findet und sich seiner annimmt. Er rettet nicht nur das Kind, sondern das Kind rettet auch ihn, außerdem findet er sehr schnell Hilfe und letztlich sogar Freundschaft bei Nachbarn, mit denen er bisher kaum Kontakt hatte.

„Ich war sofort bereit, den Präventionsrat an dieser Stelle zu unterstützen“, sagt Elfi Hoppe. „Ich habe persönlich im Beruf einen Fall erlebt, in dem Zivilcourage gefragt war.“ Das Buch habe Vorbildcharakter, weil „die Protagonisten Mitgefühl entwickeln und ihr Herz zeigen. Menschlichkeit gehört dazu, sie ist letztlich ein Zeichen der Demokratie."