Gruß und Glückwunsch

Inhalt

Statements zu 20 Jahren PRO
Glückwunsch der Niedersächsische Justizministerin Barabara Havliza
Grußwort des Geschäftsführers des Deutschen Präventionstages Erich Marks
Glückwunsch der Vorstandsvorsitzenden des Landespräventionsrat Niedersachsen Ute Haas

Statements zu 20 Jahren PRO

Statement des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil

Das aktive Eintreten für Demokratie und für ein friedliches Zusammenleben ist von unschätzbarem Wert für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Besonders auf der kommunalen Ebene ist es möglich, das Engagement der Vielen zu bündeln und ihm eine Stimme und eine Struktur zu geben. Hier leistet der Präventionsrat Oldenburg seit nunmehr 20 Jahren hervorragende Arbeit. Der Oldenburger Präventionsrat lässt sich davon leiten, dass Präventionsarbeit immer mit dem persönlichen Eintreten für die Werte einer demokratischen Gesellschaft verbunden ist. Seine Leit-Idee „Schau hin! Sag was! Tu was!“ verdeutlicht diesen Gedanken auf eine eindrückliche Weise. Zivilcouragiertes Handeln, das Eintreten für Mitmenschen in Not oder Bedrängnis wird hier befördert. Dass dies mehr als nur eine abstrakte Idee ist, zeigt sich an den vielen Aktivitäten des Präventionsrates, in denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aktiv sind. Ein vorbildhaftes Beispiel ist für mich der Arbeitskreis Religionen, in dem Ver-treterinnen und Vertreter verschiedener religiöser Gemeinden darüber beraten, was Religionen zum Wohle der Stadt tun können. In einer gemeinsamen Erklärung haben sich alle beteiligten Religionsge-meinschaften gegen Menschenverachtung, hasserfüllte Sprache und für einen würdevollen Umgang miteinander ausgesprochen. Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel ist aus meiner Sicht der Arbeitskreis Zivilcourage. Hier geht es um praktische Regeln für mehr Sicherheit, ohne dass Heldenmut gefordert würde, sondern um die kleinen Dinge, die jede und jeder anwenden kann.  

Ein Beweis für die hohe Anerkennung, die der Präventionsrat Oldenburg in der Stadtgesellschaft genießt, ist das große Spendenaufkommen für den Förderverein des Präventionsrates. Insbesondere viele ortsansässige Unternehmen bringen sich hier im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung ein und würdigen damit auch die wertvolle Arbeit, die der Präventionsrat für Oldenburg leistet. Im Jubiläumsjahr hat der Präventionsrat Oldenburg einen Schwerpunkt auf „Demokratie und Prävention“ gelegt. Dies begrüße ich ausdrücklich, weil es zeigt, dass alle Ebenen der demokratischen Gesellschaft, also Bund, Land und Kommunen, ihren Beitrag zur Prävention – und damit letztlich auch zum Schutz der demokratisch-pluralistischen Gesellschaft – leisten können und sollten. Ich bin mir sicher, dass vom Oldenburger Präventionsrat auch in Zukunft wichtige Impulse für das friedliche Zusammenleben und die Wahrung der demokratischen Werte ausgehen werden.

Hannover, im März 2020


 
Stephan Weil
Niedersächsischer Ministerpräsident
 

Glückwunsch der Niedersächsische Justizministerin Barabara Havliza

„Dem Präventionsrat Oldenburg einen herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren erfolgreicher kommunaler Präventionsarbeit! Der „PRO“ ist ein Vorbild für Präventionsräte in ganz Niedersachsen und darüber hinaus. Einer der Gründungsgedanken der kommunalen Prävention war es, dass es nicht nur die Aufgabe einzelner Behörden ist, Straftaten vorzubeugen und das subjektive Sicherheitsgefühl zu verbessern. Diese Aufgabe geht alle an! In dem Oldenburger Motto „Eine ganze Stadt macht Prävention“ kommt dieser gesamtgesellschaftliche Ansatz deutlich zum Ausdruck. 

Dem PRO ist es gelungen, den Präventionsgedanken in der gesamten Stadt zu verankern und viele Menschen für Präventionsthemen zu mobilisieren. Das zeigt sich vor allem in den aktiven Arbeitskreisen des PRO – von Graffiti über häusliche Gewalt bis hin zu Medien und Religionen. Der Oldenburger Präventionsrat arbeitet zudem eng mit dem im Justizministerium angesiedelten LandesPräventionsRat zusammen. Der LPR unterstützt Kommunen bei der Entwicklung von Präventionsstrategien, unter anderem durch die Methode „Communities That Care“, kurz CTC. Es überrascht mich nicht, dass der PRO bei der Einführung von CTC in Oldenburg eine Schlüsselstellung gehabt hat. 

Mit dem Thema „Demokratie und Prävention“ ist genau das richtige Thema für dieses Jubiläumsjahr 2020 gesetzt. Ich bin mir sicher, dass der Präventionsrat Oldenburg auch für die Herausforderungen der kommenden Jahre gut aufgestellt ist, um weiter erfolgreich an der Vorbeugung von Straftaten zu arbeiten. Ich bedanke mich für das vielfältige Engagement und wünsche allen Beteiligten für die Zukunft und für ihre Arbeit weiterhin alles Gute. Erhalten Sie sich Ihre Tatkraft – Sie können stolz darauf sein!“

Hannover, im März 2020


 

Grußwort des Geschäftsführers des Deutschen Präventionstages Erich Marks

Der PRO ist mir seit seinen Anfängen gut bekannt und ich freue mich, nun auf 20 Jahre PRO und eine hervorragende Entwicklung schauen zu können.

In Oldenburg ist es durchgehend gelungen, Bürger und Bürgerinnen in die Aufgaben der Prävention einzubinden. Ein eigenes Bild konnte ich mir davon machen, als wir 2011 mit über 10.000 Teilnehmenden den weltgrößten Kongress zu Themen der Prävention in Oldenburg gemeinsam realisiert haben. Die Beteiligung aus der Bevölkerung war so groß wie in keiner anderen Stadt zuvor und seitdem. Das Leitbild „Eine ganze Stadt macht Prävention“ war offensichtlich in seiner Wirkmächtigkeit. Da Leitbilder dies nicht automatisch sind, gratuliere ich den Engagierten in Oldenburg zu ihrer konsequenten und nachhaltigen Arbeitsweise.

Des Weiteren ist es dem PRO gelungen, über diesen langen Zeitraum immer auch interdisziplinär zu denken. Damit setzt er ein weiteres wichtiges Kriterium von kommunaler Prävention in die Praxis um: der gesamtgesellschaftliche Ansatz bedarf der Zusammenarbeit der Disziplinen. Ohne diese Zusammenarbeit erhalten wir eindimensionale Lösungsansätze, die den komplexen Anforderungen der Prävention nicht gerecht werden können. Erst das Zusammentragen von Perspektiven ermöglicht uns den richtigen Blick auf die Lage vor dem Problem. Denn da wollen wir hin und da wollen wir eingreifen. 

Dass der PRO von Beginn an Qualitätskriterien für kommunale Prävention berücksichtigt hat, verrät auch die Preisverleihung in 2008, als der „Deutsche Förderpreis Kriminalprävention für vorbildliche gesamtgesellschaftliche kommunale Kriminalprävention“ nach Oldenburg ging.

Ich gratuliere zu der gelungenen Verbindung von bürgerschaftlichem Engagement und fachlicher Expertise. Dass diese Verbindung als Prinzip Eingang in die Arbeit des PRO gefunden hat, können wir auch aktuell an den Arbeitskreisen sehen.

Sehr gut kann ich mich an den Februar 2013 erinnern, als ich zur Eröffnung einer Internet-Kampagne nach Oldenburg eingeladen war. Sie war ein besonders schöner Ausdruck dafür, dass die Oldenburger Präventioner*innen nicht „im Kästchen“ denken. Man hatte für diese Kampagne mit zahlreichen anderen kommunalen Präventionsräten zusammen gearbeitet. Man sah, dass das Thema Internet keines ist, dass im Rahmen kommunaler Grenzen zu gestalten ist, auch nicht aus Sicht der Prävention. Um die Wirkmächtigkeit zu erhöhen und um zusätzlich dem Problem knapper Ressourcen in der kommunalen Prävention zu begegnen, hat man arbeitsteilig die Kampagne entwickelt und durchgeführt. Es war eine äußerst erfolgreiche Kampagne mit hunderten von Veranstaltungen im Nordwesten im Laufe eines Jahres. Dass die Initiative hierfür von Oldenburg ausging, wundert mich nicht.
 
Schließlich finde ich es bemerkenswert, mit welcher Konsequenz der PRO sowohl Kontinuität zeigt bei Themen wie Zivilcourage, häuslicher Gewalt und Gewaltprävention an Schulen als auch neue Themen im Blick hat wie Hass-Kriminalität, Cybercrime und Extremismus-Prävention.

Die Entscheidung, das Jubiläumsjahr mit dem Schwerpunkt „Demokratie und Prävention“ zu versehen, zeigt einmal mehr, dass die Engagierten des PRO auch aktuelle Herausforderungen annehmen. Genau dieses Präventionsverständnis brauchen wir in Niedersachsen und in Deutschland: Prävention ist eben kein Feuerlöscher, sondern Brandschutz.

Den komplexen Anforderungen eines Brandschutzes soll die kommunale Prävention dienen. Ein Auftreten als punktueller Feuerlöscher ist nicht nachhaltig. Der PRO ist hier auf dem richtigen Weg und ich wünsche allen darin Engagierten den langen Atem, die Kreativität und die bleibende Unterstützung aller Beteiligter.


Erich Marks
Geschäftsführer des Landespräventionsrat Niedersachsen von 2002-2019
Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages seit 1995
 

Glückwunsch der Vorstandsvorsitzenden des Landespräventionsrat Niedersachsen Ute Haas

Ein Jubiläum in Zeiten von Covid-19.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Präventionsengagierte und Unterstützer*innen des Präventionsrat Oldenburg,

Es ist eine besondere Freude für mich als Vorsitzende des Landespräventionsrats Niedersachsen einem Mitglied der ersten Stunde, dem Präventionsrat Oldenburg, zu seinem 20jährigen Bestehen gratulieren zu dürfen! 

20 Jahre Präventionsarbeit in Oldenburg bedeuten 20 Jahre diskutieren, streiten, zuhören, beharrlich sein, Leidenschaft für das Thema, Glaube an gutes Gelingen und die Gewissheit, dass Prävention nur gemeinschaftlich als Aufgabe für die Gesellschaft bewerkstelligt werden kann! 20 Jahre Präven-tionsrat Oldenburg bedeuten aber auch Zuversicht in die Kraft jedes Einzelnen und Offenheit für Ideen, Konzepte und neue Themen! 

Dieses besondere Jubiläum des PRO und meine Gratulation erfolgen in einer sehr besonderen und berührenden Zeit – die Welt sieht sich mit dem Corona-Virus einer Gefahr ausgesetzt, die es zu zivilen Zeiten seit der Spanischen Grippe 1918 so nicht mehr gegeben hat. CORVID-19 zeigt nicht nur wirtschaftlich und technologisch hoch ausgereiften Gesellschaften, sondern allen Menschen, ihre Verwundbarkeit und Verletzlichkeit auf – einfach so, ungefragt, über uns hereingebrochen ohne Vorwarnung und ohne Vorbereitung! Von daher ist mit Fug und Recht von einer Krisenzeit zu sprechen! Dabei lohnt es sich, die Definition des Begriffes genauer zu betrachten. Krisen sind Unsi-cherheitslagen, die unser gewohntes Handlungsrepertoire in Frage stellen und neue Umgehenswei-sen zur Bewältigung herausfordern. Krisen können ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, und viele Menschen reagieren mit Furcht und Angst. Diese Emotionen drücken sich auf unter-schiedliche Art und Weise in unserem Verhalten aus und können neben Aggressionen, Wut und abweichendem Verhalten sehr nützliche Formen der Bewältigung hervorrufen, wie sich in einer aktuell großen Hilfsbereitschaft und damit im bürgerschaftlichen Engagement vieler Menschen zeigt. 

Je engagierter, sozialer und hilfsbereiter Gesellschaftssysteme bislang miteinander funktioniert ha-ben, so gut ausgestattet sind sie mit Bewältigungsstrategien. Und da wären wir beim 20jährigen Jubiläum des Präventionsrats Oldenburg, der seit seinem Bestehen ein unglaubliches Engagement für Oldenburg und für ein friedliches, solidarisches und demokratisches Miteinander an den Tag gelegt hat! Allein ein Blick auf die Homepage des PRO zeigt, dass die Bündelung von aktuellen Themenfeldern eine hohe Effizienz aufzeigt. Im Zentrum der Arbeit des PRO steht das bürger-schaftliche Engagement als gesamtgesellschaftlicher Ansatz. Diese Haltung demonstriert die Er-kenntnis, dass es einer ganzen Gemeinschaft bedarf, um gesellschaftliche Anliegen verbessern zu können und zeugt gleichzeitig von hoher Wertschätzung und Achtung dem Einzelnen gegenüber. Ein Blick in den Newsletter des PRO und in die Rubrik „Demokratie und Prävention“ offenbart dabei die ganze Palette an Aktivitäten und Arbeitskreisen (aktuell sind das: häusliche Gewalt, Me-dien, Zivilcourage, Religionen, Senior*innen, Kriminalprävention, Graffiti, Schule, Sport), getragen vom Leitbild des PRO „Eine ganze Stadt macht Prävention“.  

Um all‘ den Herausforderungen hochqualitativer Präventionsarbeit, wie sie in Oldenburg gelebt wird, gerecht werden zu können, müssen Engagement und bürgerschaftliche Unterstützung auch personell unterfüttert werden, ganz im Sinne des LPR-Leitbildes, dass wir nicht an der Prävention sparen sollten, sondern durch Prävention. Die Stadt Oldenburg hat mit ihrer personellen Ausstattung gezeigt, dass ihr die Prävention viel wert ist und auch damit Haltung bewiesen!

Überhaupt zieht sich der Begriff der Haltung als Grundgedanke wie ein roter Faden durch die Ar-beit des PRO und hätte im März mit einer Lesung aus dem Buch von Anja Reschke "Haltung zei-gen!" eine besondere Würdigung erfahren. Die aufrechte Haltung, körperlich wie geistig, ist das Thema in Anja Reschkes Buch und entspricht damit den Leitlinien des Präventionsrats Oldenburg. CORVID-19 hat die Lesung aufgeschoben, das Engagement für die Prävention in Oldenburg kann dadurch jedoch nicht beeinträchtigt werden!

In diesem Sinne freue ich mich, dem Präventionsrat Oldenburg und all’ denen, die ihn tragen und verkörpern, auch im Namen meiner Vorstandskolleginnen und –kollegen, ganz herzlich zum Jubi-läum gratulieren zu dürfen und weiterhin Mut, Kraft und Beharrlichkeit für diese wertvolle Arbeit zu wünschen! 

Herzlichst,

 

Vorstandsvorsitzende des Landespräventionsrat Niedersachsen