Tanzen gegen Gewalt

Zum fünften Mal schließt sich Oldenburg der weltweiten Kampagne „One Billion Rising“ an und erhebt sich damit gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Am Valentinstag, 14. Februar, sind alle aufgerufen um 16 Uhr auf dem Schlossplatz mitzutanzen. Auf der Bühne zu Gast: Slam-Poetin Rita Apel.

Weltweit wird jede dritte Frau im Lauf ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung oder einer schweren Körperverletzung. Als die New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler 2012 ihre Kampagne One Billion Rising startete, lebten auf der Erde rund sechs Milliarden Menschen, die Zahl der betroffenen Frauen betrug demnach eine Milliarde, auf Englisch One Billion. 
Diese Milliarde erhebt sich und demonstriert gegen die Gewalt. Nicht mit Protest­märschen, sondern mit einem Tanz, der weltweit am 14. Februar in vielen Städten auf der ganzen Welt getanzt wird. Der Song ist überall der gleiche: „Break the Chain“ von Tena Clark und Tim Heintz. Auch die Choreografie ist weitgehend gleich, im Internet gibt es zahlreiche Videos, nach denen sie eingeübt werden kann.
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Februar

Robin ist anders als die Mädchen in seinem Freundeskreis. Mit ihr will Chris sich gleich am Schlossplatz treffen und dann: ein romantisches Essen, den neuen Blockbuster im Kino ansehen und danach, wenn alles gut läuft, noch auf einen Kaffee zu ihm nach Hause. Er hat den Valentinstag seit einigen Wochen durchgeplant.
Doch am Treffpunkt ist irgendetwas los. Laute Musik, viele Frauen, Männer und Kinder. Einige tragen auffällige Warnwesten mit orangefarbenem Emblem und irgendwie liegt erwartungsvolle Spannung in der Luft.
„Hier und heute erheben wir uns und zeigen Solidarität und kollektive Stärke!“, tönt es aus den Lautsprechern über die Stimmen der Versammelten. „Wir fordern ein Ende der Gewalt gegen Frauen! Gegen Kinder! Gegen LSBTIQ*! Wir sagen „NEIN!“ zur Gewalt!“
Eine Hand legt sich auf Chris Schulter. Robin hat ihn in der Masse gefunden. Ihre roten Locken leuchten in der kalten Februarsonne.
„Wahnsinn! Das ist mal eine tolle Idee. Gleich mit einem fetten Statement starten.“ Sie lächelt ihn an. „Ich finde es super, wenn „Mann“ über seinen Tellerrand herausschaut und sich engagiert!“ Chris nickt verdutzt.
„Lasst uns laut sein! Lasst uns tanzen!“, schallt es noch einmal von der Bühne. Mit dem Ertönen der ersten Klänge beginnt die Menge zu tanzen. Der mitreißenden Energie und den laut mitsingenden Stimmen kann sich auch Chris nicht entziehen. 
Am Ende der Tanz-Demonstration ist er etwas atemlos, weniger von der Choreografie selbst als vielmehr von den Eindrücken und Zahlen, die in den Reden genannt wurden. Ein Blick zu Robin, die gerade angeregt mit einer der Organisatorinnen im Gespräch ist: „Hey, Chris. Im Programmkino läuft ein Film über Frauenbilder. Interesse?“ Robin ist anders als die Frauen in seinem Freundeskreis und das ist auch gut so. 


Weltweit wird jede dritte Frau im Lauf ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung oder einer schweren Körperverletzung. Als die New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler 2012 ihre Kampagne One Billion Rising startete, lebten auf der Erde rund sechs Milliarden Menschen, die Zahl der betroffenen Frauen betrug demnach eine Milliarde, auf Englisch One Billion. 
Diese Milliarde erhebt sich und demonstriert gegen die Gewalt. Nicht mit Protest­märschen, sondern mit einem Tanz, der weltweit am 14. Februar in vielen Städten auf der ganzen Welt getanzt wird. Der Song ist überall der gleiche: „Break the Chain“ von Tena Clark und Tim Heintz. Auch die Choreografie ist weitgehend gleich, im Internet gibt es zahlreiche Videos, nach denen sie eingeübt werden kann.
Seit 2016 ist Oldenburg dabei. Wie in anderen Städten auch wird jeweils eine Rednerin eingeladen, die dem Publikum Informationen zu einem Aspekt der Gewalt gegen Frauen gibt. Nach der Rede tanzen die zahlreichen Frauen und immer mehr Männer nach der Choreografie zu „Break the Chain“, die ihnen vorher von der Bühne noch einmal in Erinnerung gerufen wird.
Auf Initiative des Präventionsrates wurden Anleitungen für die Choreografie von Oldenburger*innen und mehrere Tanzvideos gedreht und auf YouTube eingestellt. Darunter ist auch eine Choreografie für Rollstuhltanz. Zu finden sind die Videos auf YouTube.