Statements zu 20 Jahren PRO

Ministerpräsident Stephan Weil (2019), Bildnachweis: Niedersächsische Staatskanzlei/Holger Hollemann

Ministerpräsident Stephan Weil (2019), Bildnachweis: Niedersächsische Staatskanzlei/Holger Hollemann

Statement des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil

Das aktive Eintreten für Demokratie und für ein friedliches Zusammenleben ist von unschätzbarem Wert für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Besonders auf der kommunalen Ebene ist es möglich, das Engagement der Vielen zu bündeln und ihm eine Stimme und eine Struktur zu geben. Hier leistet der Präventionsrat Oldenburg seit nunmehr 20 Jahren hervorragende Arbeit. Der Oldenburger Präventionsrat lässt sich davon leiten, dass Präventionsarbeit immer mit dem persönlichen Eintreten für die Werte einer demokratischen Gesellschaft verbunden ist. Seine Leit-Idee „Schau hin! Sag was! Tu was!“ verdeutlicht diesen Gedanken auf eine eindrückliche Weise. Zivilcouragiertes Handeln, das Eintreten für Mitmenschen in Not oder Bedrängnis wird hier befördert. Dass dies mehr als nur eine abstrakte Idee ist, zeigt sich an den vielen Aktivitäten des Präventionsrates, in denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aktiv sind. Ein vorbildhaftes Beispiel ist für mich der Arbeitskreis Religionen, in dem Ver-treterinnen und Vertreter verschiedener religiöser Gemeinden darüber beraten, was Religionen zum Wohle der Stadt tun können. In einer gemeinsamen Erklärung haben sich alle beteiligten Religionsge-meinschaften gegen Menschenverachtung, hasserfüllte Sprache und für einen würdevollen Umgang miteinander ausgesprochen. Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel ist aus meiner Sicht der Arbeitskreis Zivilcourage. Hier geht es um praktische Regeln für mehr Sicherheit, ohne dass Heldenmut gefordert würde, sondern um die kleinen Dinge, die jede und jeder anwenden kann.  

Ein Beweis für die hohe Anerkennung, die der Präventionsrat Oldenburg in der Stadtgesellschaft genießt, ist das große Spendenaufkommen für den Förderverein des Präventionsrates. Insbesondere viele ortsansässige Unternehmen bringen sich hier im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung ein und würdigen damit auch die wertvolle Arbeit, die der Präventionsrat für Oldenburg leistet. Im Jubiläumsjahr hat der Präventionsrat Oldenburg einen Schwerpunkt auf „Demokratie und Prävention“ gelegt. Dies begrüße ich ausdrücklich, weil es zeigt, dass alle Ebenen der demokratischen Gesellschaft, also Bund, Land und Kommunen, ihren Beitrag zur Prävention – und damit letztlich auch zum Schutz der demokratisch-pluralistischen Gesellschaft – leisten können und sollten. Ich bin mir sicher, dass vom Oldenburger Präventionsrat auch in Zukunft wichtige Impulse für das friedliche Zusammenleben und die Wahrung der demokratischen Werte ausgehen werden.

Hannover, im März 2020


 
Stephan Weil
Niedersächsischer Ministerpräsident
 

20 Jahre Prävention

Obwohl dieser Satz des italienischen Aufklärers Cesare Beccaria über 250 Jahre alt ist, hat er an Aktualität nicht verloren. Jede verhinderte Tat bedeutet, dass es keine Opfer gibt. Das ist eine starke Motivation, die in 20 Jahren Präventionsrat Oldenburg (PRO) mehrere hundert Bürger dazu bewogen hat, sich in Arbeitskreisen und Projekten des PRO zu engagieren. 

Dank der Unterstützung durch die Stadt Oldenburg unterstützt dabei wenig Hauptamt sehr viel bürgerschaftliches Engagement.

Der Präventionsrat Oldenburg und sein Förderverein begehen dieses Jubiläum u.a. mit der Schwerpunktsetzung "Demokratie und Prävention".

Ein gewaltfreies Zusammenleben garantieren, größere Vielfalt gestalten und die Balance von Freiheit und Sicherheit wahren – dieser aktuellen Herausforderung stellt sich auch der PRO.

In den zurückliegenden 20 Jahren konnte er bereits viel für die Vermeidung von Gewalt und Kriminalität erreichen. Die Versorgung der weiterführenden Schulen in Oldenburg mit Schulmediation, die Gewährleistung von Präventionsprojekten an Schulen und außerhalb von Schulen, die Stärkung von Senioren durch Aufklärung zu seniorenspezifischen Delikten, die Aufklärung zu Gefahren des Internet für Kinder seit nun zehn Jahren - dies sind nur wenige Beispiele aus 20 Jahren konsequenter Prävention.

Mit Konsequenz werden sich die Aktiven weiter engagieren: es gibt keine bessere Idee für unsere Demokratie als die der Prävention.