
Standpunkt gegen Gewalt: Aus der Religion

Bischof Thomas Adomeit, Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
„Gewalt löst keine Konflikte, sondern schafft und verstärkt Probleme. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Gewalt fängt dabei schon im Kopf an, wenn sich Gedanken formen, die zu Worten werden und zu handgreiflichen Taten werden können. Der Gewalt zu begegnen heißt also, an der Grundhaltung zu arbeiten: Das ist eine Aufgabe von uns allen in Familie, Kirche, Gesellschaft.“

Bischöflich Münstersches Offizialat
Heinrich Timmerevers, Bischöflicher Offizial und Weihbischof
„Als Christen lehnen wir Gewalt ab – egal, in welcher Form und egal, gegen wen sie sich richtet. Gewalt gegen Frauen beinhaltet oft das Ausspielen männlicher Stärke gegenüber einem schwächeren und schutzlosen Menschen. Das darf niemals toleriert werden.
Betroffenen Frauen müssen wir helfen, bestimmten Verhaltensmustern in unserer Gesellschaft müssen wir präventiv begegnen. Die Katholische Kirche engagiert sich daher in der Seelsorge und mit vielen Präventions-, Beratungs-und Hilfsangeboten im Interesse der Frauen und für sie.“

Sabine Blütchen, Synodalpräsidentin
„Gewalt entwickelt sich wie eine Spirale, sie will Angst schüren: Sie beginnt mit absichtlichem „Kleinmachen“, geht weiter zu Verletzungen mit Worten, bis dann die Faust zuschlägt.
Als Christin sage ich Nein zu Gewalt: Alle Menschen sind Gottes Kinder. Jede ist somit Schwester, jeder ist somit Bruder einer anderen Frau. Die Würde der Frau, die Würde jedes Menschen ist unantastbar.“

Prof. em. Dr. Jürgen Heumann
Prof. em. Dr. Jürgen Heumann, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik, Universität Oldenburg
„Psychische oder physische Gewaltgegen Mädchen und Frauen gehen gar nicht. Besonders die oft hervorgehobene Rolle des Mannes in den Religionen war und ist immer noch Mitverursacher von häuslicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen.Das muss aufhören. Religionen können in der Demokratie erstdann ernsthafte Partner sein, wenn sie ihre Schuldgeschichte gegenüber Mädchen und Frauen aufarbeiten und die Beseitigung von Gewalt in den eigenen Reihen durchsetzen.“

Carsten Lienemann
Birgit und Hossein Panahi, Bahá’í
„Aus Bahá ́í-Sicht wird häusliche Gewalt in jeglicher Form strikt abgelehnt. Wenn Kinder eine Kultur des gegenseitigen Respekts, der Liebe und Gleichwertigkeit in der Familie erleben, ist das die beste Prävention.“

Manfred Folkers
Manfred Folkers, Buddhistische Gruppen in Oldenburg
„Die Ablehnung von „Gewalt gegen Frauen“ ist selbstverständlich. Von folgender Haltung aus ist es unmöglich, Gewalt gegen Frauen zu rechtfertigen:
„Wenn ihr für euch selber versteht: ‚Diese Dinge sind heilsam, förderlich, von Weisen empfohlen und, wenn man sie akzeptiert und durchführt, bringen sie allseits Nutzen und Glück‘, dann solltet ihr danach handeln“
(Der Buddha -Kalama-Sutra).“

Carsten Lienemann
Ahmed Hazzaa, Islamischer Kulturverein Oldenburg e.V./ Maryam Moschee
„Häusliche Gewalt und Zwangsverheiratungen finden ihren Ursprung nicht in religiösen Texten sondern in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen.
Wir, als Islamischer Kulturverein Oldenburg e.V./Maryam Moschee, distanzieren uns ganz deutlich vor einem Missbrauch jeglicher religiöser Texte zum Zwecke der Gewaltausübung gegenüber Frauen. Der Islamische Kulturverein Oldenburg e.V./Maryam Moschee betont ausdrücklich, dass der Islam zu einer selbst bestimmten Partnerfindung ermutigt und lehnt häusliche Gewalt deutlich ab.“

Jona Simon, Jüdische Gemeinde zu Oldenburg
„Behandle jeden Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst.“
Jona Simon Jüdische
Gemeinde zu Oldenburg
Bildrechte: Tobias Barniske

Carsten Lienemann
Werner Bieberstein, Katholische Kirche, Gemeinde St. Willehad
„Das häusliche Gewalt heutzutage immer noch aktuell ist, ist für mich gesellschaftlich beschämend und nicht akzeptabel.“

Ilyas Yanc, Bildungsreferent Yezidisches Forum e.V. Oldenburg-Yezidische Gemeinde Oldenburg
„Als Yezidische Gemeinde lehnen wird jede Form der Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ab. Da darf es null Toleranz gegenüber den Tätern geben. Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren, müssen geschützt werden und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
Das Yezidische Forum e.V. ist bei Konflikten als Mediator tätig und berät Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren haben. Als Gesamtgesellschaft ist es unsere Aufgabe hinzusehen und solche Taten zu verurteilen.“